Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Unter-Oberndorf 1996 - 2019

 

Im Jahre 1996 traten die ersten Feuerwehrmitglieder aus Unter-Oberndorf der Schadstoffgruppe des Abschnittes Neulengbach bei. Diese Einheit hält monatlich Übungen ab, um den Umgang mit gefährlichen Stoffen im Einsatzfall zu trainieren. Die Ausrüstung setzt sich aus Schutzanzügen, Messgeräten, Sondergerätschaften und Fahrzeugen von Feuerwehren des Abschnittes zusammen.

 

Am Feuerwehrgelände in Unter-Oberndorf wurde in Eigenregie eine Lagerhalle zur Lagerung von Einsatzmaterialien für die Katastrophenhilfe gebaut.

 

1997 erfolgte die Ausrüstung der Mannschaft mit neuen KW40 Einsatzjacken. Diese Schutzausrüstung ist brandhemmend und wird speziell im Brandfalle bei Innenangriffen benötigt.

 

Da zu diesem Zeitpunkt unser Berglandlöschfahrzeug BLF Chevrolet Suburban bereits 21 Jahre auf dem Buckel hatte und eine Gebrauchswertsteigerung wie zum Beispiel der Einbau von Atemschutzgeräten nicht möglich war, wurde es im Jahre 1998 durch ein neues Löschfahrzeug mit Allrad (LF-A) der Firma Rosenbauer ersetzt. Die Ausrüstung wurde zum Großteil aus dem BLF übernommen und durch zusätzliche, beispielsweise drei Atemschutzgeräte in der Mannschaftskabine, Notstromaggregat, Tauchpumpe, Beleuchtungsmittel, Lichtmast, usw, ergänzt. Das neue Fahrzeug ist an Stelle des BLF in den 3. Zug der 17. FuB-Bereitschaft (Vorgänger des heutigen Katastrophenhilfsdienstes der NÖ Feuerwehren) eingegliedert. Die Fahrzeugsegnung mit Präsentationsshow wurde im Feuerwehrhaus Unter-Oberndorf mit zahlreichen Ehrengästen durchgeführt. Die Patenschaft übernahm Fr. Ilse Kuchner.

 

Da unser Feuerwehrnachwuchs, welcher bis dato mit und bei der Freiwilligen Feuerwehr Eichgraben ausgebildet wurde, eine entsprechend große Anzahl an Jugendlichen verzeichnete, traf der damalige Kommandant Ing. Franz Gruber die zukunftsweisende Entscheidung, im Herbst 2000 eine eigene Feuerwehrjugendgruppe in Unter-Oberndorf zu gegründet. Die Jugendführer der ersten Stunde waren Roman Okermüller und Ing. Robert Gruber.

 

 

Im selben Jahr wurde die Freundschaft mit der Feuerwehr Unteroberndorf aus Deutschland initiiert. Ein Zufall führte den damaligen Kommandantstellvertreter der FF Unteroberndorf in Bayern auf unsere damalige Internetseite. Zur Besichtigung der zweiten FF Unter-Oberndorf (wir unterscheiden uns durch die Schreibweise mit Bindestrich) reiste eine kleine Delegation unsererseits nach Franken in Bayern. Seither finden regelmäßig wechselseitige Besuche statt.

 

Trotz erfolgter Modernisierung im Jahre 1993 nagte am Tanklöschfahrzeug TLF 4000, Marke Steyr 791, der Zahn der Zeit und so wurde im Jahre 2000 ein neues allradgetriebenes Tanklöschfahrzeug mit 4.000 Liter Wasser, 200l Schaummittel und einer Aufbauseilwinde, also ein TLF-A 4000/200, von der Firma Rosenbauer angekauft. Die Ausrüstung des neuen TLF-A stimmte man nicht nur auf Brandeinsätze sondern auch auf technische Einsätze (Verkehrsunfälle, PKW-/LKW-Bergungen, udgl.) sowie Schadstoffeinsätze ab. Dies bedeutete damals einen Quantensprung in der Ausrüstung unserer Feuerwehr. Im Herbst 2000 wurde das neue Tanklöschfahrzeug TLF-A 4000/200 unter der Patenschaft von Frau Melitta Kogelnik, als Enkeltochter des ersten Hauptmannes unserer Feuerwehr, gesegnet und im Rahmen einer Präsentationsshow offiziell in Dienst gestellt.

 

 

Im Jänner 2001 wählte man unseren Kommandanten Ing. Franz Gruber zum Kommandanten des Unterabschnittes Ost für die Funktionsperiode bis 2006. Der Unterabschnitt Ost besteht aus den Feuerwehren Eichgraben, Maria Anzbach und Unter-Oberndorf.

 

Im Jahre 2002 wurde der Feuerlösch- und Bergedienst, kurz FuB-Dienst, in Katastrophenhilfsdienst, kurz KHD, umbenannt. Die Feuerwehr Unter-Oberndorf ist bis heute mit dem Kommandofahrzeug, als Kommando 17, und dem Löschfahrzeug, als 2. Pumpe 3/17, sowie dem Tanklöschfahrzeug, als 3. Tank 3/17, in diesen Einheiten vertreten.

 

Aufgrund der extremen Niederschläge im August 2002 und des daraus resultierenden Hochwassers im Kamptal sowie entlang der Donau wurden die Einheiten des Katastrophenhilfsdienstes alarmiert und standen über mehrere Wochen im Einsatz. Die FF Unter-Oberndorf war hierbei mit dem KDOF als Kommando 17 und dem LF-A, als 2. Pumpe 3/17, beladen mit mehreren Schmutzwasserpumpen, im Großraum Melk, Krems und Tulln sowie im Triestingtal eingesetzt.

 

Im Sommer 2003 erfolgte der Zubau eines beheizten Spindraumes an unser Feuerwehrhaus. Der Grund war, dass bis zu diesem Zeitpunkt die zahlreichen Spinde, in denen bis dato die Einsatzbekleidung untergebracht ist, in der unbeheizten Fahrzeughalle standen. Im Zuge dessen wurde auch ein Teil der sich im FF-Haus befindlichen Wohnungen saniert.

Diese Arbeiten wurden, wie in unserer Feuerwehr üblich, durch die Mitglieder der FF Unter-Oberndorf in Eigenleistung durchgeführt.

 

Im Jahre 2003 erfolgte die Bestellung unseres Feuerwehr- und Unterabschnittskommandanten Ing. Franz Gruber zum Bereitschaftskommandanten der 17. KHD-Bereitschaft (Bezirk St. Pölten).

 

Nach 22-jähriger Dienstzeit und zahlreichen Motorproblemen konnten wir unser Kommandofahrzeug durch ein Neues ersetzen. Die Fahrzeugsegnung erfolgte im Herbst 2004 mit einer bereits zur Tradition gewordenen Präsentation. Die Patenschaft übernahm Frau Hedwig Allmayer.

 

 

Die FF Unter-Oberndorf hatte sich als Veranstalter für das Landestreffen der NÖ- Feuerwehrjugend beworben und den Zuschlag erhalten.

Also galt es zeitgerecht mit den Vorbereitungen dieser Großveranstaltung zu beginnen. Bereits im Sommer 2004 wurde das gesamte Feuerwehrgelände adaptiert und die Lagerstraße, ein Feldweg, befestigt. Außerdem gelang es uns, das noch aus der Zeit der Kinderheimnutzung und bis dahin als Fischteich genutzte Schwimmbecken zu sanieren. Zusätzlich wurden Strom- und Wasserleitungen verlegt, Bäume entfernt udgl.

 

Im Sommer 2005 verdreifachte sich die Einwohnerzahl der Marktgemeinde Maria Anzbach schlagartig. Am Unter-Oberndorfer Feuerwehrareal und dem umliegenden Gelände bauten ca. 5.000 Jugendliche im Zuge des Landestreffens der Niederösterreichischen Feuerwehrjugend ihre Zelte auf. Auch hier waren unsererseits bereits als Vorbereitung auf dieses Ereignis Umzäunungen, notwendige Infrastruktur- und Versorgungsleitungen (Strom, Wasser und Kanal) sowie zwei große Essenszelte und eine LKW-befahrbare Brücke über den Anzbach aufgebaut worden. Besten Dank an alle Kameraden und die Bevölkerung für die Mithilfe sowie besten Dank für die Unterstützung an eine Bundesheereinheit der Melker Pioniere und den KHD-Dienst der NÖ Feuerwehren.

Leider war uns das Wetter nicht hold und so musste nach anfänglich zweier schöner Sommertage aufgrund von heftigen Regenschauern und der daraus resultierenden Schlammschlacht das Lager abgebrochen werden. Die Wettkämpfe der NÖ Feuerwehrjugend wurden dann im Herbst 2005 auf einer Wiese im Bereich des Klosters Meierhöfen nachgeholt.

 

 

Bereits im Jahre 2006 musste die Feuerwehr Unter-Oberndorf wieder zu zwei Einsätzen im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes ausrücken.

Einerseits war es im Februar im Bezirk Lilienfeld zu derart starken Schneefällen gekommen, dass bereits einige Hausdächer einzustürzen drohten,

andererseits kam es im Juni aufgrund starker Regenfälle entlang der March im Bezirk Gänserndorf zu weitreichenden Überflutungen. Wie im Bezirk Lilienfeld war die FF Unter-Oberndorf auch hier mit zahlreicher Mannschaft und entsprechender Ausrüstung aktiv, um die örtlichen Feuerwehren bei den Arbeiten im Katastrophengebiet zu unterstützen.

Weitere Einsätze im Zuge des Katastrophenhilfsdienstes erfolgten 2008 beim Juni-Hochwasser in Krems, im Februar 2009 aufgrund lange anhaltender Schneefälle im Bereich Puchenstuben und Lackenhof sowie beim Hochwasser im Juni 2009 im Gebiet St. Pölten, Paisling und Innermanzing.

 

2007 hielt der Abschnitt Neulengbach das Abschnittsjugendlager am FF-Gelände in Unter-Oberndorf ab.

 

Im Jahr 2011 unterstützten wir im Rahmen der KHD-Einheiten den Aufbau für das Landestreffen der NÖ Feuerwehrjugend in St. Pölten.

 

Eine wichtige Investition war der Ankauf unserer Wärmebildkamera "Rosenbauer Argus 4" im Jahre 2009. Sie hat uns seither bei zahlreichen Einsätzen wie etwa dem Innenangriff bei der Brandbekämpfung oder bei der Suche nach vermissten Personen gute Dienste geleistet.

 

2011 wurde im Zuge der Neuwahlen der NÖ Feuerwehren unser wiedergewählter Kommandant Ing. Franz Gruber zum Abschnittskommandantstellvertreter des Abschnittes Neulengbach (20 Feuerwehren im Gerichtsbezirk Neulengbach) für die Funktionsperiode bis 2016 gewählt. 

Die gesamte Feuerwehr wird von Analog- auf Digitalfunk umgestellt. Es werden insgesamt vier neue Fahrzeugfunkgeräte und acht neue Handfunkgeräte angeschafft.

 

Im Jahr 2012 wurde der alte Atemluftkompressor aus dem Jahre 1979, welcher uns lange zum Befüllen unserer Atemluftflaschen diente, durch einen neuen Kompressor ersetzt. Dieser neue Atemluftkompressor ist in der Lage auch Atemluftflaschen mit 300bar zu befüllen und wurde mobil auf einem Rollcontainer mit zwei 30l Speicherflaschen aufgebaut.

 

Im Juni 2013 forderte das Donauhochwasser erneut einen Einsatz des Katastrophenhilfsdienstes im Bereich Melk und Krems. Die Unter-Oberndorfer Kameraden waren tatkräftig in der Einsatzleitung, sowie der Gefahrenabwehr und bei Auspumparbeiten im Einsatz.

 

Nachdem die Gebäudesubstanz des Feuerwehrhauses bereits zahlreiche Schwächen aufzeigte und der Platz in der Fahrzeughalle sehr beengt war, wurde in den Jahren 2013 bis 2015 eine umfassende Sanierung in Begleitung einer Modernisierung des Feuerwehrhauses in Angriff genommen. Begonnen wurde mit der Sanierung des Daches am Hauptgebäude, danach folgte das Aushöhlen und die Erweiterung der Fahrzeughalle, der Austausch der Fenster sowie die Anbringung einer Wärmedämmfassade. Im Zuge des anschließenden Innenausbaus wurde ein Spindraum für unsere Damen, ein Lagerraum, ein Arbeitsraum für den Zeugmeister, WC-Anlagen und ein Aufenthaltsraum errichtet.

Es soll hier nicht unerwähnt bleiben, dass, wie es in der FF Unter-Oberndorf üblich ist, der Großteil der Arbeiten von den Mitgliedern selbst in Eigenregie geleistet wurde.

Für die Bauaufsicht war der damalige Kommandantstellvertreter Wilhelm Komosny zuständig.

 

 

Im Mai 2014 kam es aufgrund von Starkregen und daraus resultierenden großflächigen Überschwemmungen in den Bezirken St. Pölten und Lilienfeld wieder zu einem Einsatz des Katastrophenhilfsdienstes. Unser Löschfahrzeug war mit der Mannschaft im KHD-Zug 3/17 im Einsatz. Zusätzlich waren zwei Unter-Oberndorfer Kameraden im Führungsstab bzw. als Verbindungsoffizier in der Bezirkshauptmannschaft eingesetzt.

Im Juni 2014 erfolgte der erste Auslandseinsatz eines Kameraden der FF Unter-Oberndorf zur Unterstützung der Einsatzleitung der entsandten KHD-Einheiten der NÖ Feuerwehren in Orasje/Bosnien. Dort waren durch lang anhaltende Niederschläge weitreichende Überflutungen mit einhergehendem Zusammenbruch der lokalen Infrastruktur zu beklagen.

 

 

Im Herbst 2015 war es endlich soweit. Mit einer großen Anzahl an Ehrengästen konnte Kommandant Ing. Franz Gruber das neu fertiggestellte Feuerwehrhaus termingerecht zum 120jährigen Jubiläum offiziell dem Dienstbetrieb übergeben. Bei der Podiumsdiskussion und unter musikalischer Untermahlung durch "Rondo Vienna" wurden die Leistungen der Freiwilligen Feuerwehr Unter-Oberndorf der letzten 20 Jahre gewürdigt. Im Anschluss konnte das neue Feuerwehrhaus gesegnet und zur Besichtigung des neuen Hauses geladen werden.

 

 

Im Jänner 2016 wurde unser Kommandant Ing. Franz Gruber zum Kommandant des Abschnittes Neulengbach (20 Feuerwehren im Gerichtsbezirk Neulengbach) für die Funktionsperiode bis 2021 gewählt. Unser Zugskommandant FT DI Michael Gruber wird vom Bezirksfeuerwehrkommandanten zum Zugskommandanten des KHD-Zuges 3/17 ernannt.

 

2018 überließ uns eine Firma aus Wien einen neuwertigen Anhänger mit Kofferaufbau und 1350kg HzGG. Diese Möglichkeit nutzte die FF Unter-Oberndorf um die Mobilität des bestehenden Atemluftkompressors zu erhöhen. Unter der technischen Leitung unseres Kommandantstellvertreters Johannes Blauensteiner wurde der bestehende Kompressor in Einzelteilen fix in den neuen Anhänger installiert. Zusätzlich konnte man den Atemluftspeicher mit nun insgesamt vier Speicherflaschen auf 160 Liter erhöhen. Im neuen Atemluftanhänger ist ein pneumatisch ausfahrbarer Lichtmast sowie die gesamte Ausrüstung zum Betrieb eines Atemschutzsammelplatzes zu finden. Noch vor der offiziellen Indienststellung konnte der Atemluftanhänger im März 2019 bei einem Großbrand (B4) in Maria Anzbach seine Schlagkraft beim Füllen der zahlreich benötigten Atemluftflaschen unter Beweis stellen.

 

 

Aufgrund von starken Schneefällen im Bezirk Lilienfeld wurden wir im Jänner 2019 im Zuge des Katastrophenhilfsdienstes wieder einmal zur Unterstützung angefordert. Bei diesem Einsatz waren wir mit unserem Kommandofahrzeug in der Einsatzleitung vor Ort sowie im Landesführungsstab in Tulln tätig.